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Samos – ein Leckerbissen für Wanderfreaks, Naturfreunde und geschichtlich Interessierte

Samos? Uuuh! So nah an der Türkei! Und – wie wohl die Griechen gerade so auf die Deutschen zu sprechen sind???

Von solchen und ähnlichen Fragen aus seiner Umgebung sollte man sich bei seiner Urlaubsplanung nicht beeinflussen lassen! Wenn man sich einfach einlässt auf solch ein unbekanntes Erlebnis wird meist etwas Wunderbares daraus. So geschehen bei dieser Wanderreise auf der griechischen Insel Samos: Prima Wetter, eine tolle Truppe, die von Anfang an richtig freundschaftlich miteinander umging, ein Super-Hotel – und als Krönung eine Ersatz-Wanderführerin, die sich als fantastischer Glücksfall entpuppte: Rebecca, eine drahtige Mitfünfzigerin aus der Schweiz, die vor mehr als 30 Jahren der Liebe wegen auf Samos hängen blieb (am Rande bemerkt: Wir trafen in dieser Woche noch drei weitere deutschsprachige Frauen, die Amors Pfeil nicht hatten ausweichen können!). Wenn man mit ihr wandert, steigert sich von Mal zu Mal die Überzeugung, sie müsse eigentlich ein Urgewächs der Insel sein. Kaum ein Kräutlein oder ein Insekt, das sie nicht kennt; kaum eine Taverne, wo sie nicht als alte Bekannte mit offenen Armen empfangen wird – und auch gleich in die Küche darf, um dem Koch zu sagen, wie er den wilden Brokkoli zubereiten soll, den sie während der Wanderung für uns pflückte. Schmeckt übrigens ähnlich wie Spargel; sehr lecker!

Rebecca machte die vier Wanderungen durch die wilde Schönheit dieser griechischen Insel zu einem wahren Naturerlebnis. Wassermangel ist für die Samoiten ein Fremdwort. Auf der rund 35 000 Einwohner zählenden Insel gibt es 33 kleinere Städte und Dörfer, und in jedem davon garantiert eine öffentliche Wasserstelle, aus der köstlichstes Trinkwasser fließt – bestens dazu geeignet, seinen täglichen Trinkwasservorrat aufzufüllen.

Und den sollte man schon dabeihaben, wenn man auf Samos auf Schusters Rappen unterwegs ist. Denn es geht viel bergauf und bergab, zwischendrin belohnt durch die Einkehr in hübschen kleinen Bergdörfern mit ebenso hübschen Tavernen. Schmuddelecken sucht man auf der ganzen Insel vergebens.

Nicht von ungefähr spielt auf Samos der Tourismus die Hauptrolle. Seit 1976 ist er bestens organisiert; davor waren es vor allem Archäologen und Rucksacktouristen, die es dorthin verschlug. Das zweitgrößte Einkommen der Samoiter kommt aus der Landwirtschaft. An erster Stelle steht hier die Weinproduktion, wobei man sich längst nicht mehr nur der Herstellung des süßen Muskatweins widmet, sondern auch hervorragende trockene Weine produziert. In den Tavernen kann man sich getrost auf den angebotenen Hauswein verlassen. Dazu ein Teller mit gemischten Vorspeisen – das Paradies auf Erden! Nebenbei bemerkt: Mehr als zehn, zwölf Euro wird man bei einer solchen Einkehr für Essen, Trinken und den Espresso zum Schluss nie los.

Das zweite landwirtschaftliche Standbein ist das Olivenöl. Olivenbäume haben für den Griechen im Allgemeinen – und für den Samoiten wohl im Besonderen – fast einen heiligen Status. Er wurde schon 4000 vor Christus auf dieser Insel kultiviert.  Schon Hypokrates kannte über 60 Behandlungsmöglichkeiten mit Olivenöl gegen Krankheiten, und noch heute wird es auf der Insel bei religiösen Handlungen verwendet, etwa bei der Taufe: Das Kind wird ganz ausgezogen, mit Olivenöl gesalbt und dann dreimal in ein warmes Wasserbecken getaucht.

Das und vieles, vieles mehr erzählt uns Rebecca während der spannenden, erholsamen und erlebnisreichen Fahrten und Wanderungen auf einer der schönsten Inseln des Mittelmeerraums.  Klar, dass sie auch ihr eigenes Olivenöl in Bioqualität herstellt und uns einen kleinen Einblick in die Herstellung gewährte, beispielsweise, dass es fünf bis zehn Kilogramm Früchte benötigt, um einen Liter Öl herauszupressen. Und dass es keine grünen oder schwarzen Oliven gebe, sondern nur grüne, die schwarz werden, wenn man sie ausreifen lässt (oder grün erntet und schwarz färbt, was in den meisten Fällen der Fall ist).

Und geschichtlich bewandert war sie natürlich auch. Und erzählte uns von so berühmten Kindern der Insel, wie dem Pythagoras, an dem kein Mathematiker vorbeikommt, oder dem Tunnel des Eupalinos, der im 6. Jahrhundert vor Christus (!) gebaut wurde: einen guten Kilometer lang, nach einem sorgfältig ausgearbeiteten Plan von zwei Seiten betrieben und bis auf wenige Zentimeter genau zusammengekommen! Der Tunnel wurde jüngst restauriert und ist jetzt vom Südeingang her auf seiner ganzen Länge begehbar. Eine Führung sollte man unbedingt mit einplanen!

Es war eine kleine, feine Truppe, die da unterwegs war und auch die Alleinreisenden miteinschloss. Man reiste mit Freunden, obwohl man sich vorher nicht kannte. Die kleinen, feinen Überraschungen, die vom Reisebüro Schaffranek im Vorfeld organisiert worden waren – wie etwa der frisch gepresste Orangensaft hoch droben im Bergdorf – trugen mit zur rundum guten Stimmung bei.

Jutta Lange

 

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Samos Wanderreise

16.05.17-23.05.17

 

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Reiseunterlagen:                                                        1,25  

Bus Hildner:                                                                1,33

Busfahrer:                                                                  1,17

Fluggesellschaft Germania:                                        2,00

Reisebegleitung Jutta Lange:                                      1,00

Hotel Proteas Blu:                                                       1,00

Frühstück im Hotel:                                                     1,00

Abendessen  im Hotel:                                                1,00

Mittagessen Taverne:                                                  1,13

Wanderfüherein Rebecca:                                          1,00

Bus vor Ort:                                                                1,13

Wanderungen:                                                 1,38

Gesamteindruck:                                             1,38

Preis-Leistungsverhältnis:                          1,38                                                                

Gesamt                                     1.31